Nah-Tod Erlebnis – Wanderer zwischen 2 Welten
Liebe Ilona
Ganz lieben Dank ür deine lieben Worte.
Bei mir kam die komplette Wende durch eine Nahtoderfahrung und ich weiß sicherer als alles andere, das wir ewig sind und Liebe.
In meinem Kreis sind nicht viele Menschen, mit denen ich offen über solche Themen reden kann. Die meisten versuche ich da heranzuführen. Da ist dein selbstverständlicher Umgang damit sehr kraftspendend.
Es ist jetzt 4 Jahre her und seitdem bin ich am Aufarbeiten meines Lebens und auf dem Weg zu mir selbst.
Ich war rückwärts betrachtet schon als Kleinkind immer auf der Suche nach etwas, was ich hier nicht finden konnte. Ich wusste nicht, nach was ich suche, nur das, da etwas ist. Ich bin agnostisch erzogen worden….
Im Alter von 26 Jahren bin ich in die Drogenabhängigkeit geraten- an Kokain.
Nach dem 1. Kontakt damit (was bei mir irgendwie anders wirkte als bei den meisten) wollte ich nicht mehr aus dieser Welt heraus. Mein 1.Gedanke früh war, wo bekomm ich heute Koks her, den ganzen Tag, jeden Moment. Das ganze Leben ging auf den Tiefpunkt zu und ich konnte es wie außenstehend beobachten, aber nichts ändern. Die Drogen waren wie ein Dämon in meinen Gedanken, was weit stärker war, als der Wille.
Einzelheiten wären zu lang. Auf den Punkt gebracht, habe ich immer ein Trugbild, wo ich stark und unverletzlich bin, gemalt, es war nicht echt, aber ein Trost. Irgendwann habe ich im Spiegel mein wahres Bild sehen können: ein Zombie auf einem Trümmerhaufen.
Da wusste ich, das hatte ich auch geträumt, ich muss gehen, damit meine Familie leben kann. Ich war ein perfekter Schauspieler, sie haben nichts gemerkt, aber ich hatte wie ein Strudel negative Energie und das hätte alles in meinem Umkreis mitgenommen.
So habe ich aus Liebe und ohne Alternative meinen Tod vorbereitet. Testament, Kerzen, Musik, Briefe und “feierliche” Überdosis.
Ich spürte die Lähmung langsam meinen ganzen Körper ergreifen, es wurde Kalt und ich konnte Arme und Beine nicht mehr bewegen, nicht mehr reden. Ich hatte kaum Angst, denn ich hab mich darauf konzentriert, dass es gleich vorbei ist.
Dann spürte ich, wie mein Herz stehen blieb, die Musik ist auch stehen geblieben, als wären die Batterien alle. Mein Atem hörte einfach auf und ich dachte, jetzt wird es gleich dunkel. Während ich so dachte, schwebte ich plötzlich über mir, sah meinen Körper an die Wand gelehnt sitzen.
Ich dachte einfach weiter, wie man immer denkt und die Frage: Warum denke ich noch? Darüber hatte ich mir vorher nie etwas bewusst gemacht.
Es war kein Licht und auch nicht dunkel, es war auch sonst niemand da oder sichtbar, außer mein Zimmer wie immer und mein Körper. Dann kamen Gedankenblitze meines Lebens, sehr durcheinander und das Bild von meinem Sohn kam immer wieder dazwischen.
Ich hab ohne Stimme verzweifelt geschrien, ich will doch, aber ich weiß nicht wie, seht doch ich mach alles kaputt. Die Emotionen kann ich nicht beschreiben, weil wir dafür keine Worte haben, als Bild dicke Leere.
Mit einmal konnte ich eine Kraft eine Stimme fühlen, ich weiß nicht ob aus mir oder von außen oder beides zugleich. Unsichtbares spürbares Bild: Riesige sanfte Hände, die mich auffangen, tragen, liebevoll Geborgenheit schenken. Stille und LIEBE. Ein unendlich starkes durchströmendes Gefühl von Liebe, so wahr, rein ohne Zweifel: das war was ich gesucht habe. Ich fühlte meine ganze Kraft, meine Seele.
Die Frage kam noch mal: “Willst Du, Ja oder Nein.” Ich hatte keine Ahnung, wie ich aus den Trümmern und mir Zombie herauskommen soll, aber die Kraft war stärker als alles andere und ich fühlte ein klares, entschiedenes JA.
Da war ich wieder in meinem Körper. Erst jetzt kam eine Art Kampf um Leben und Tod. Mein Körper fühlte sich Tod an, ich wollte aber jetzt leben!
Meine Gedanken waren das Einzige, was sich bewegte, selbst das Gehirn war eingefroren. Mit den Gedanken ging ich wie geführt in die Mitte meines Kopfes, von da konnte ich Herz und Atmung wieder “einschalten”. Ich musste es selbst steuern, sonst hörte Atem und Herz einfach wieder auf.
Es hat mich immer wieder weggezogen und ich bin wie aufgewacht, um mich ans Atmen zu erinnern, wie ersticken. So habe ich eine kleine Ewigkeit verbracht, bis nach und nach mein ganzer Körper wieder zu leben anfing. Arme, Beine und ab da wo ich wieder sprechen konnte, war ich voll zurück und auf der Uhr waren 2 Minuten vergangen.
Seitdem kommt ein Wunder nach dem anderen in mein Leben, unbeschreiblich. Ich lebe in einem Urvertrauen, einer Verbundenheit, zu – keine Worte- dieser alles erfüllenden, belebenden Kraft. Liebe, aber nicht was Menschen damit meinen.
Es ist ein Geschenk, wo man sich fragt, wie man das verdient hat. Eigentlich hätte ich niemanden davon erzählen können, weil der Körper im Normalfall unbrauchbar ist.
Es ist wie eine Geburt, nach der man aber auf das Wissen von vorher zugreifen kann. ich bin 3 Tage durchgehend ohne Essen, Trinken… durch die Sterne geflogen, ein Großes Raum Zeitgitter, überall konnte ich hin.
Wenn die Geschwindigkeit so groß wird, dass die Zeit stehen bleibt, hört der Raum auf, eine Art Mauer wird durchbrochen und Stille, Seele, Liebe, EINS. Der Wanderer braucht nicht mehr wandern, um nach Hause zu finden.
Diese Liebe und Vertrauen allen Wesen und ganz besonders allen, die vergessen haben, was sie sind und aufgehört haben zu suchen.
Chajanna